Die Provokative Therapie (PT)
ist eine von FRANK FARRELLY entwickelte Therapieform, die zur kognitiven Verhaltenstherapie zählt und den paradox arbeitenden Schulen nahesteht. Der Begriff "provokativ" wird im Sinne von "herauslocken, herausfordern" verstanden und keinesfalls im Sinne von "verletzen" oder "beleidigen".
Farrelly stellte viele für unumstösslich gehaltene Therapieregeln auf den Kopf, machte das befreiende Lachen in der Therapie gesellschaftsfähig und zeigte, dasswirkungsvolle Therapie sowohl kurzweilig als auch kurz sein kann.
Dr. E. Noni Höfner hat in den letzten Jahrzehnten die Provokative Therapie zum Provokativen Stil® (ProSt®) weiterentwickelt, der sich auch außerhalb der Therapie effizient einsetzen lässt.
Siehe auch: Die Zielgruppe der D.I.P.-Seminare und Workshops
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Wie funktioniert die Provokative Therapie
und der ProSt®?
Das Ziel der provokativen Interventionen ist
die Stärkung der Selbstverantwortung des Klienten.
(Anm.: Mit der im Folgenden verkürzten Ausdrucksweise "Therapeut", "Berater" und "Klient" sind immer beide Geschlechter gemeint!)
Durch die provokativen Interventionen werden beim Klienten der Wille zur konstruktiven Veränderung und seine Selbstheilungskräfte mobilisiert. Das befähigt ihn - meist in sehr kurzer Zeit - sein Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen und selbstschädigende Verhaltensweisen durch gesünderes Verhalten zu ersetzen.
Humor und Herausforderung
sind die wesentlichen Elemente der provokativen Vorgehensweise.
Lachen befreit:
Der Berater spielt die Rolle des Advocatus Diaboli und persifliert humorvoll die selbstschädigenden Denk-und Verhaltensweisen des Klienten - und zwar nur diese -, sodass sie gemeinsam darüber lachen können. Die Klienten werden also niemals ausgelacht, sondern als Persönlichkeiten wertgeschätzt und liebevoll angenommen. Der feste Glaube an die Kraftquellen des Klienten sind eine unerlässliche Voraussetzung für den Einsatz der Provokationen (= Herausforderungen).
Herausforderung setzt in Bewegung:
Wir sehen die Klienten nicht als hilflose Opfer, die von allwissenden Beratern geheilt werden müssen, sondern als mündige, selbstverantwortliche Partner im Veränderungsprozess. Die Berater aktivieren die Stärken der Klienten und fordern ihre Selbstverantwortung gezielt durch humorvolle, "unverschämte" Interventionen heraus, die den spontanen, emotionsgeladenen und energischen Widerstand der Klienten in eine weniger selbstschädigende Richtung hervorrufen. Sie werden damit provoziert, ihre Energien besser einzusetzen: Weg von der Stützung des Symptoms hin zur Erhaltung ihrer körperlichen und geistigen Gesundheit.
Welche Vorteile bietet die provokative Vorgehensweise den Therapeuten und Beratern?
Der ProSt fördert das kreative Element in Therapie und Beratung.
Der ProSt stärkt den Mut des Beraters zu ungewöhnlichen Reaktionen sowie sein Selbstvertrauen in die eigene emotionale Intelligenz und gibt ihm Werkzeuge in die Hand, diese auch zu nutzen. Das erhöht die Effizienz und die Freude an der Arbeit und verhindert den gefürchteten Burn-out engagierter Helfer.
Der ProSt lässt sich in fast jedes Vorgehen integrieren,
vorausgesetzt, die Berater haben Humor und eine positive innere Haltung zu den Klienten, d.h. die Überzeugung, dass die Klienten liebenswert, mündig und stark sind und genügend Kraft haben, um neue und konstruktivere Entscheidungen für ihr weiteres Leben zu treffen. Den ProSt kann man ohne Humor nicht lernen, aber wer Humor hat kann ihn (weiter-) entwickeln. Unsere Workshops und Seminare zielen nicht darauf ab, Farrelly-oder Höfner-Imitatoren auszubilden, sondern wir wollen die Teilnehmer ermutigen, zum eigenen Stil und eigenen Humor passende Sichtweisen (wieder-) zu entdecken und in die Therapie und Beratung zum Nutzen ihrer Klienten einzubringen.
Weitere Ausführungen zur PT und zum ProSt finden Sie unter "Einzelne Veröffentlichungen"
